Die Lindholmer Michaeliskirche

Kleiner Führer durch die Lindholmer Michaeliskirche

Gästen fragen immer wieder, warum die Kirche nicht im Dorf liegt. Das hat seinen einfachen Grund in der Tatsache, dass sie auf einem Sandrücken rund 5 Meter über dem Meeresspiegel erbaut wurde und somit den Bewohnern Lindholms bei einer Sturmflut sicheren Schutz bot. Fluten, die immer wieder Leib und Leben der Marschbewohner bedrohten, so wie bei der verheerenden „Manndränke" von 1634, die übrigens zur Folge hatte, dass die Lindholmer billig zu einer Glocke kamen, denn andere Kirchen waren nicht so günstig gelegen und wurden zerstört.

Wer den Weg zur Kirche gefunden hat (ganz einfach auf der B5 Richtung Niebüll fahren nach ca. 500 m auf der rechten Seite), stellt rasch fest, dass die Kirche keinen Glockenturm hat, sondern einen freistehenden Glockenstuhl, so wie es überall entlang der Nordseeküste bei den Dorfkirchen der Friesen bis nach Holland üblich war.

Ein Spaziergang um die Kirche über den liebevoll gepflegten Friedhof lohnt sich für jeden Ruhe suchenden BesucherIn. Vielleicht kommt es zu einem freundlichen Gespräch, oder das Auge fällt auf das bemerkenswerte gemauerte Dreieck mit einer Kreuznische über der zugemauerten Nordertür.

Der Kirche ist ein im Kern frühgotischer Backsteinbau aus dem 13. Jh., dessen Innenraum ursprünglich mit zwei Kreuzgewölben überspannt werden sollte, wie die Mauervorsprünge in der Kirche zeigen.

Die östlich gelegene „Kleine Kirche" wurde 1743 abgerissen und die „Große Kirche" auf ganzer Breite nach Osten erweitert, so dass eine geräumige Saalkirche entstand.
Für diese erweiterte Kirche schuf der Langenhorner Bildschnitzer 1745 den neuen Altar mit den vier Evangelisten an den Seiten und den gedrehten Säulen, die das Relief der Auferstehung umrahmen.

Wer die Kirche betritt, dem fällt sofort das große Kruzifix an der Nordwand auf, eine bemerkens -werte Arbeit aus dem 14. Jh. Die „Knöpfe" an den Seiten stellen stilisierte Rosen dar. Auf den vier Endscheiben des Kreuzes sind die Symbole der vier Evangelisten dargestellt. Auf der Scheibe am Schnittpunkt der Kreuzbalken steht wieder das Hebräische Jahwe, das 1933 übermalt wurde, um alle Spuren der jüdischen Wurzeln des Christentums zu beseitigen.

Zur näheren Betrachtung und weiteren Information über Einrichtung und Kunstgegenstände unserer Kirche klicken Sie bitte zuerst auf die Eingangstür und dann auf den Teil der Kirche, der Sie interessiert.

Noch eine Geschichte zum Schluß: Hertje von Horsbüll, eine Seherin, weissagte um 1400 von der Lindholmer Kirche: Weil sie die erste in der Bökingharde gewesen ist, wird sie auch die letzte sein, wenn alle anderen Kirchen in einer großen Flut untergehen werden. Und das geschieht, wenn der Flieder auf der Kirche blüht.